Glutenfreie Ernährung

Glutenfreie Ernährung als Therapie für Gluten-bedingte Erkrankungen
Unabhängig davon, ob Zöliakie oder Gluten-/Weizensensitivität: Nach Diagnose einer Gluten-bedingten Erkrankung (engl. Gluten Related Disorder, GRD) ist eine glutenfreie Diät die einzig mögliche Therapie – wenn auch in unterschiedlicher Stringenz und Persistenz.
Erst die Diagnose, dann glutenfrei Essen
Grundsätzlich gilt: Erst die Diagnose, dann die glutenfreie Ernährungstherapie. Zum einen kann glutenfrei Essen das Ergebnis der Differentialdiagnostik Getreide- und Gluten-bedingter Erkrankungen verfälschen. Außerdem unterscheidet sich die Art der glutenfreien Diät je nach Diagnose. So muss die glutenfreie Ernährung bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie absolut und dauerhaft erfolgen: Betroffene dürfen Zeit ihres Lebens keine glutenhaltigen Nahrungsmittel zu sich nehmen – auch nicht, wenn diese nur Spuren von Gluten enthalten. Bei Patientinnen und Patienten mit Gluten-/Weizensensitivität hingegen kann die glutenfreie Diät zeitlich begrenzt werden.
| Zöliakie | Gluten-/Weizensensitivität | |
|---|---|---|
| Dauer | Lebenslang | Zeitlich begrenzt, mindestens ein bis zwei Jahre |
| Besonderheit | Strikt glutenfrei, auch keine Spuren | Danach ggf. glutenarm ausreichend |
Tabelle: Ernährungsplan glutenfrei bei Zöliakie bzw. Gluten-/Weizensensitivität.
Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie
Die einzige Therapie der Zöliakie ist eine lebenslange, streng glutenfreie Diät. Durch Diätfehler oder Nichteinhaltung einer strikt glutenfreien Ernährung erhöht sich das Risiko, an Spätfolgen der Zöliakie zu erkranken. Die Ernährungsumstellung nach der Diagnose Zöliakie ist daher eine einschneidende Veränderung. Eine Zöliakie Ernährungsberatung durch eine entsprechend geschulte Ernährungsfachkraft mit Informationen zur Umsetzung der glutenfreien Diät können Betroffenen helfen, die Erkrankung zu meistern. Bei Kindern ist eine diätetische Schulung der gesamten Familie notwendig – und auch Freunde und Verwandte sowie Betreuungs- und Lehrkräfte müssen informiert werden, um Diätfehler zu vermeiden.
Etabliert hat sich bei Zöliakie eine Ernährungsberatung in drei Stufen:
Glutenfreie Ernährung bei Gluten-/Weizensensitivität
Auch die Gluten- / Weizensensitivität kann durch eine glutenfreie Ernährungstherapie behandelt werden. Wichtig ist auch hier, dass erst nach der Diagnose mit der glutenfreien Diät begonnen wird. Im Gegensatz zu den strengen Empfehlungen bei Zöliakie, müssen Patientinnen und Patienten mit Gluten-/Weizensensitivität aber nicht absolut und ein Leben lang glutenfrei essen: Nach 6 bis 8 Wochen striktem Glutenverzicht, kann hier eine glutenreduzierte Ernährung ausreichend sein, damit die Symptomatik nicht wieder aufflammt. Da der tolerable Grenzwert individuell differiert, ist eine individuell und symptomorientiert adaptierte glutenfreie Ernährung empfehlenswert. Damit die Umstellung gelingt, ist die Beratung und Begleitung durch eine entsprechend geschulte Ernährungsfachkraft dringend empfehlenswert.
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