Glutensensitivität / Weizen-Sensitivität

Ernährungstherapie der Nicht Zöliakie Gluten-/Weizensensitivität
Zur Gluten-/Weizensensitivität Therapie steht gemäß Leitlinie ausschließlich eine Ernährungstherapie zur Verfügung. Nach initial glutenfreier Diät genügt meist eine glutenreduzierte Ernährung – die per se auch frei bzw. reduziert hinsichtlich ATIs ist. Diese Ernährungstherapie sollte auf die individuellen Auslösefaktoren abgestimmt und der jeweiligen Symptomatik entsprechend erfolgen.
Gluten-/Weizensensitivität Therapie bedeutet relativen Glutenverzicht
Bei einer Nicht Zöliakie Glutensensitivität bzw. Weizensensitivität (NCGS / NCWS) ist die einzige therapeutische Option, Gluten zu meiden. Allerdings müssen die Patientinnen und Patienten sich nicht immer und streng glutenfrei ernähren, wie bei einer Zöliakie. Wichtig ist allerdings, dass die Betroffenen erst nach Ausschluss von Zöliakie und Weizenallergie im Rahmen der Gluten-/Weizensensitivität Diagnostik mit der glutenfreien Ernährung beginnen.
Welche Rolle spielen Amylase-Trypsin-Inhibitoren bei NCGS/NCWS?
Noch ist nicht eindeutig geklärt, ob tatsächlich Gluten die Beschwerden bei Gluten-/Weizensensitivität verursacht. Als Auslöser diskutiert werden auch andere Bestandteile von glutenhaltigem Getreide, insbesondere Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs), die vor allem in Weizen enthalten sind – in diesem Kontext wird dann auch von ATI Sensitivität gesprochen.
Da glutenfreie Lebensmittel meist auch weizenfrei sind und dann keine ATIs enthalten, ist eine glutenfreie bzw. glutenarme Kost grundsätzlich die für Patientinnen und Patienten mit Gluten-/Weizensensitivität geeignete Ernährungstherapie.
Welche Gluten-/Weizensensitivität Ernährung empfiehlt die Leitlinie?
Empfohlen wird bei Gluten-/Weizensensitivität eine Ernährungstherapie, die individuell und symptomorientiert angepasst ist. Gemieden bzw. reduziert werden sollen dabei die jeweiligen Auslösefaktoren. Pauschale Diät-Vorgaben hingegen sind nicht sinnvoll. Nach 6 bis 8 Wochen striktem Glutenverzicht ist in der Regel eine Umstellung auf glutenreduzierte Kost möglich: Häufig werden geringe Glutenmengen vertragen – allerdings sind die Schwellenwerte individuell unterschiedlich.
Wie die Umsetzung der Gluten-/Weizensensitivität Ernährung gelingt
Die Ernährung bei Glutensensitivität bzw. Weizensensitivität wird erleichtert durch das breite Angebot an glutenfreien Produkten, das mittlerweile zur Verfügung steht. Gut erkennbar sind die für eine glutenfreie Diät geeigneten Produkte am Symbol der „durchgestrichenen Ähre“, das in vielen Ländern Glutenfreiheit garantiert, oder dem Claim „glutenfrei“. Allerdings bestehen große Unterschiede hinsichtlich der Qualität glutenfreier Produkte, sodass es sich lohnt, sich hierzu genauer zu informieren. Sehr hilfreich zum Einstieg und bei der Umsetzung der Ernährungstherapie kann insbesondere die Beratung durch eine geschulte Ernährungsfachkraft sein.
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Felber J et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Z Gastroenterol 2022; 60: 790–856.
